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Berlin, 07.02.2019 – Nach Singapore Airlines hat nun auch Air France entschlossen, ihre geleasten A380 nach Ablauf der zehnjährigen Vertragsdauer zurückzugeben. Die Entscheidung erhöht den Druck auf die Asset Manager der geschlossenen A380-Fonds.

Deutsche Anleger haben über geschlossene Fonds rund 1,6 Mrd. Euro in insgesamt 21 Airbus A380 investiert. Die Leasingnehmer dieser Flugzeuge sind Singapore Airlines, Air France und Emirates. Für Anleger steht und fällt der Erfolg ihres Investments mit der Frage, ob die drei Airlines an der Weiterbeschäftigung der Großraumflugzeuge nach Ablauf der ursprünglichen Leasingdauer interessiert sind und von ihren vertraglichen Verlängerungsoptionen Gebrauch machen.

„Der A380 hat sich bei Fluggesellschaften als weitaus weniger beliebt erwiesen als bei Passagieren“, sagt Frank Netscher, Analyst bei Scope Analysis. „Dies spiegelt sich unter anderem auch an deutlich gesunkenen Zweitmarktkursen für geschlossene A380-Fondsanteile wider.“

Der erste Leasingvertrag eines A380 lief bereits 2017 aus. Singapore Airlines entschied sich, die Verlängerungsoption nicht wahrzunehmen und stattdessen das Flugzeug zurückzugeben. Die gleiche Entscheidung fiel 2018 für vier weitere von Singapore Airlines gemietete und im Eigentum deutscher geschlossener Fonds befindliche A380.

Seit der Rückgabe der Flugzeuge versuchen die Asset Manager der betroffenen Fonds neue Leasingnehmer zu finden. Bislang ist dies nur für einen A380 gelungen, der für 70 Monate an die portugiesische Fluggesellschaft Hi Fly vermietet werden konnte. Zwei weitere Flugzeuge dieses Typs sind derzeit eingelagert. Die verbleibenden zwei A380 werden in Einzelteilen verkauft.

In den kommenden sechs Jahren laufen die Leasingverträge für weitere 16 Airbus A380 aus, die sich im Eigentum deutscher geschlossener Fonds befinden. Nach Singapore Airlines steht nun Air France im Fokus. Auch wenn der Erstleasingvertrag erst 2020 ausläuft, hat die französische Airline jetzt schon erklärt, nur die in ihrem Eigentum stehenden A380 weiter zu beschäftigen. Mit anderen Worten: Die fünf von Air France geleasten A380 werden in den Jahren 2020 bis 2024 zurückgegeben.

Sollte sich mit Emirates auch die dritte Airline entschließen, auf die Verlängerungsoption zu verzichten, kämen in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt zwölf A380 von den Fluggesellschaften zurück. Sollte für diese Flugzeuge keine Anschlussvermietung möglich sein, müssten auch sie zerlegt und als Ersatzteile verkauft werden. In einem solchen Fall würde das massive Zusatzangebot an Ersatzteilen auch deren Preise nicht unberührt lassen. „Dies könnte weiteren negativen Einfluss auf die Performance der Fonds haben“, so Netscher.

Quelle: Scope Analysis